Digitalisierung bedeutet mehr Teamarbeit

Als wir im Rahmen des Erasmus+ Projekts, „My way into the digitalized and globalized working world“ von Bari in Italien nach Siegburg gefahren sind, war Digitalisierung für uns nicht viel mehr als ein Schlagwort und wir konnten uns nicht richtig vorstellen, wie die Arbeitswelt die Zusammenarbeit verändern würde.

Gleich am ersten Tag besuchten wir die Kreissparkasse Köln in Siegburg. Zusammen mit den deutschen und französischen Schülern wurden wir in einen großen modernen Raum mit zahlreichen digitalen Geräten und Wohlfühlecken geführt. Dort erzählten uns dann drei Bankmanager von der Bedeutung der Teamarbeit. Wir dachten, wir würden technische Geräte vorgeführt bekommen. Aber sie erklärten uns, dass im Zeitalter der Digitalisierung schnelle Entscheidungen wichtig sind. Da sind alte hierarchische Strukturen zu langsam. Also müssen alle besser lernen, im Team zu arbeiten.

Teamarbeit bringt die besten Ergebnisse. Damit wir dieses erfahren, führten sie mit uns ein Experiment durch. Sie teilten uns in gemischte Gruppen ein, die aus zwei Italienern, zwei Deutschen und zwei Franzosen bestanden. Wir sollten eine smart City auf dem Mars entwerfen. Hierfür hatten wir Legosteine und Bastelmaterial zur Verfügung. Während dieser Aktivität führten uns die Mitarbeiter nach der Scrum-Methode. Natürlich kannten wir die Methode vorher nicht, wir nutzten sie, ohne uns dessen bewusst zu sein. Anschließend erklärten Sie uns, was die Management Methode Scrum bedeutet und warum sie in digitalen Zeiten viel besser ist als die hierarchische Organisationform mit den vorabbestimmten Meilensteinen. Denn sie kann viel schneller auf Veränderungen reagieren.

Was ist nun Scrum?

Scrum bietet einen Organisationsrahmen. Die Mitarbeiter arbeiten in einem Team. Zu Beginn des Projektes einigen sie sich auf ein zu erreichendes Ziel und unterteilen diese in Aufgaben, sogenannte Backlogs. Die zu erledigenden Aufgaben werden auf die Mitarbeiter aufgeteilt. Dabei einigt sich das Team darauf, was in einem bestimmten Zeitabschnitt – einem sogenannten Sprint – schaffen wollen. Das Team kommt täglich (Daily) kurz zusammen und jeder berichtet, was geschafft wurde und wo es Probleme gab. So können unvorhergesehene Ereignisse, die zwischenzeitlich auftreten besser berücksichtigt werden. Es kann beispielsweise jemand krank werden, ein Zulieferer kann nicht liefern, eine Zustimmung konnte nicht eingeholt werden usw.. Das Team kann so schnell reagieren. Deswegen wird die Methode auch als agile Managementmethode bezeichnet. Was noch wichtig ist, dass anders als in herkömmlichen Managementmethoden nicht nur das Ergebnis zählt, sondern auch der Prozess, wie das Ergebnis zustande gekommen ist. Es gibt daher am Ende nicht nur ein Review-Meeting, in dem das Ergebnis evaluiert wird, sondernd auch eine Retrospektive. Hier kommt das Team wieder zusammen und auf kreative und kollegiale Weise, überlegen sie, wie war die Zusammenarbeit, die technischen Möglichkeiten, die Unterstützung usw. Damit beim nächsten Mal das Team noch besser zusammenarbeiten kann.

Wie kann man sich Scrum nun vorstellen?

Foto: Scrum.org

Wie sah das Ergebnis nun aus?

Am Ende des Tages hatten wir genau das getan. Wir mussten erfahren, dass wir zu Beginn zu sehr als Einzelteams angetreten sind und daher nicht alle Aufgaben geschafft hatten. Erst im Verlauf haben wir gelernt, dass die verschiedenen Teams zusammenarbeiten müssen und sich gegenseitig helfen und unterstützen. Dann haben wir es auch geschafft und konnten unsere Smart City auf dem Mars erfolgreich fertig stellen.

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